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So eine Geburt ist etwas Wunderbares.
Aber wie bei allem, kann es auch hier zu Verletzungen der Strukturen kommen.
Eine Komplikation ist der teilweise Abriss des Levator ani. Dieser Beckenbodenmuskel ist der größte und der tragende Muskel für den Beckenboden.
Durch unterschiedliche Ursachen kann dieser Muskel teilweise einreißen, oder auch an einigen Stellen abreißen.

Bei einem meist teilweisen Abriss des Levator ani gibt es im Moment keine Operationen, die diesen Muskel wieder „annähen könnten“
In diesem Bereich ist das  Nervengeflecht  so stark verzweigt, dass es schnell zu Verletzungen der Nerven während einer Op kommen kann.
Was zur Zeit gemacht wird ist, dass ein Netz eingesetzt  wird.
Dieses Beckenbodennetz soll die Funktion des Beckenbodens unterstützen.

Danach ist in jedem Fall mit einem Beckenbodentraining zu beginnen
Dabei zu beachten ist die Regeneration des Muskelgewebes.
Wir unterscheiden in der Physiologie folgende Prozesse.

1. Die kontinuierliche Regeneration.
Dies findet ständig im Muskel statt.
Dadurch kann sich der Muskel an die neuen Belastungen anpassen.
Und dieses macht auch seine Trainierbarkeit aus.

Ein weiterer wichtiger Prozess ist die
2. nicht kontinuierliche  Regeneration.
Dies betrifft  Muskelverletzungen.
Bei Muskelverletzungen spricht man von Regeneration und nicht von Wundheilung.
Nach einer Muskelverletzung, wie auch beim einem Levator ani Abriss, bilden sich Kollagene. Kollagene sind sozusagen der Leim, der gebildet wird, um alles zusammen zu halten. Diese bilden dann ein Netzwerk.

Zunächst ist das alles noch durcheinander, aber bei funktionsrichtigem Verhalten, werden die Fasern wieder in die richtige Richtung geleitet.
In unserem Fall, sollen sich die Fasern wieder in paralleler Zugrichtung ausrichten.

Dies können wir unter anderem mit einer therapeutische Anleitung zum Atmen und richtigem Verhalten beeinflussen.

Denn ein Muskel ist in der Lage identisches Gewebe neu zu generieren.
Aber ohne Probleme geht es doch nicht ☺

Während der Wundheilung kann im Muskel eine bindegewebige Veränderung stattfinden.
Das heißt im Klartext.
Muskelgewebe wird zu Bindegewebe und das wollen wir möglichst vermeiden.
Wie können wir das verhindern?
Schauen wir uns die Ursache an:
Ursache dafür ist in der Regel der Mangel oder das Fehlen von physiologischen Reizen während der Regeneration des Muskels, wie auch des Bindegewebes.

Außerdem können Fibroblasten, also Bindegewebe, bei größeren Schnitten, Rissen etc., in das Muskelgewebe gelangen und diese produzieren weiteres Bindegewebe.
Wenn das geschieht ist das meist irreversibel und kann längere Zeit Probleme, wie  Schmerzen verursachen.

Also, was heißt das ?
Wir wollen keinen bindegewebigen Umbau des Muskels, denn dadurch ist er nicht mehr so reaktionsfähig.
Und das geschieht wiederum durch Mangel oder fehlende Belastungsreize während der Wundheilung .

Resümee:
Angepasstes Training unter Anleitung, so  für wie möglich, unter Berücksichtigung der Physiologie und Funktion der jeweiligen Struktur.
Dies hilft dem Muskel sich zu regenerieren und wieder in seine Funktion zu kommen.

Quellen: Angela Heller,” Nach der Geburt” 2. Auflage 2015 Georg Thieme Verlag,
van den Berg, Angewandte Physiologie, Band 1 Thieme Verlag 1999