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Interview mit Rebecca Köhler im Rahmen der 10 Tage Challenge

Erzähl doch mal kurz, was Euer Prinzip ist in Euren Kursen und auch der Spirit, der Geist.

Rebecca: „Ja, gerne. Ich habe vor ca. 12 Jahren zusammen mit meinem Mann „Fit dank Baby“ gegründet. Fit dank Baby ist ein bisschen gewachsen wie unser drittes Kind eigentlich, denn wir sind ja jetzt in mehreren Ländern an ca. 2000 Standorten vertreten und es ist natürlich schon toll, dass mein Konzept so um die Welt geht und wir jetzt schon über 400.000 Mamas „Fit dank Baby“ machen durften. 

Entstanden ist das natürlich aus der Situation heraus. Das ist ja ganz häufig so, dass wenn Firmen entstehen, Start Ups gegründet werden, dass man eigentlich am Anfang ein Problem hat, das man lösen möchte und bei mir war es eigentlich auch so und ich denke, die meisten Frauen, die in unsere Kurse kommen oder die selber Trainer werden, stehen irgendwann vor dieser Situation, dass, wenn man das erste Kind bekommen hat, dass sich zum einen natürlich schlagartig alles verändert, und dass man natürlich schon gerne sein Leben weiter leben möchte, auch, dass man schon vorher sportlich aktiv war, dass man das jetzt weiter machen möchte oder vielleicht auch vorher gar nichts mit Sport am Hut hatte, jetzt aber merkt, der Körper hat sich verändert.

Man lernt ja auch den Köper ganz anders kennen in einer Schwangerschaft, durch die Geburt und man hat eigentlich das Bedürfnis, auch fit zu sein für die Kinder, für den Alltag. 

Man merkt einfach, dass es eine große Belastung ist, eine große Herausforderung. Mir ging es damals eigentlich ähnlich. Ich habe damals zwar schon als Fitness- und Tanzlehrerin gearbeitet, als wir das erste Kind bekommen haben. Glücklicherweise kam mein Sohn in den Sommerferien und der Plan war, nach den Sommerferien geht´s wieder los mit den Kursen. Das hat so halb gut funktioniert und es gab dann ein Schlüsselerebnis… mein Mann war damals noch angestellt, war auf einer Betriebsschulung und ich habe ihn dahin begleitet, es gab ein schönes Fitnessstudio im Hotel, es war in Berlin, unser Sohn war damals drei Monate alt und ich habe mir gedacht, ich mache mir ein schönes Wochenende und geniesse die Zeit ein bisschen.“

Dem war nicht so???

Rebecca:„Ich bin dann in dem Hotel in das Fitnessstudio gegangen und das war schon ein bisschen komisch, weil es war dort nur ein anderer Mann drin, der hat mich ganz blöd angeguckt, als ich mit Baby unterm Arm reinkam. Ich wollte dann ein bisschen auf den Crosstrainer und habe den Jonathan neben mich gelegt und es ging wahrscheinlich genau eine Minute gut und dann wollte er da nicht mehr alleine liegen, kennt Ihr, oder?

Dann habe ich ihn mir einfach dazu genommen zu einer Bodenübung, habe ihn mir auf die Beine gelegt auf der Matte und da hat er das erste Mal so richtig gelacht, also dieses richtige Lachen. Er fand es so lustig, als ich ihn mit den Beinen so geschaukelt habe und ich hab´ dann am Abend meinem Mann im Hotelzimmer das gezeigt und da hat er es wieder gemacht, also der kleine hat wieder gelacht. Er fand es echt immer total lustig und ich habe meinem Mann auch erzählt, dass es einfach total schwierig ist, als Mama in ein Fitnessstudio zu gehen oder das es ja alles auch irgendwie komisch ist und da entstand eigentlich schon die Idee, da muss man irgendwas machen.“

Wie ging es dann weiter?

Rebecca:„Dann ging es relativ schnell. Ich habe mir dann ein paar Mamas geschnappt, ich hatte ja auch in den Kindertanzkursen viele Mamas, die wieder Nachwuchs bekommen haben und habe einfach mal ein bisschen was ausprobiert. Dann natürlich noch verschiedene Fortbildungen gemacht, bis dann tatsächlich das Konzept stand, hat es schon noch eine Zeit lang gedauert. Bis wir dann die ersten Ausbildungen machen konnten, hat natürlich noch viel Zeit und Energie gekostet, aber wir wussten von Anfang an, dass wir das machen wollen.“

Wahnsinn! Ich wusste gar nicht, dass es so groß ist.

Rebecca: „Es scheint immer sehr groß, weil es sind viele Standorte, aber die betreuen wir ja nicht selber, sondern unsere tollen Trainerinnen und Lizenznehmerinnen vor Ort. Unsere Firmenzentrale ist tatsächlich sehr klein und schlank. Wir haben eine Handvoll Mitarbeiter mittlerweile.“

Das zeigt ja auch nur, dass dort ein großer Bedarf ist unter den Mamas, sich nach der Rückbildungsphase sich weiter sportlich zu betätigen.
Ich sehe es auch nach den Rückbildungskursen :„Ja, wo kann ich denn jetzt weitermachen?“
„Wie geht es denn jetzt weiter?“.
Klar, sie wollen jetzt weiter Sport machen, aber wenn sie ca. 16 Wochen nach der Geburt kommen, muss ja trotzdem darauf geachtet werden, was sie machen.

Rebecca: „Also damals gab es wirklich noch nichts Vergleichbares. Man merkt schon im Laufe der letzten Jahre, dass es schon nochmal ein Trendthema geworden ist. Es gibt ja mittlerweile auch viele Konzepte und viele Anbieter. In der Anfangszeit mussten wir die Frauen eher noch davon überzeugen, dass man ja auch mit Baby Sport machen kann. Da haben wir eher so gehört „ Ist das überhaupt gesund für das Baby?“ „Was machen die da?“ und heute ist es ja schon salonfähig, also man weiß, dass man auch mit Baby Sport machen kann, aber wie Du gesagt hast…“

Die, die früher vor der Geburt auch keinen Sport gemacht haben, die würden nicht ins klassische Fitnessstudio gehen unbedingt. Das eine ist natürlich, dass das Baby nicht mit einbezogen wird und das andere ist natürlich, dass die Trainer nicht geschult sind in den Studios oder Vereinen und die Übungen oft nicht adäquat sind. Man kann ja da auch schon ein bisschen was falsch machen.“

Ja.

Rebecca: „Es gibt noch so viel zu tun, man kann noch so viel machen. Es gibt noch so viel, was noch dazu kommt und was einfach Spaß macht. Da leistest Du ja auch Deinen Beitrag mit Deiner Challenge. Da ist es einfach schön, wenn man gemeinsam an einem Strang zieht.“

Du hast ja noch etwas für die Mamis, was Du ihnen gerne mitgeben möchtest. So einen kleinen Tipp, den Du loswerden möchtest, um die Mamas zu unterstützen in ihrer Phase der „Reha“ sozusagen

Rebecca: „Ja, genau, eigentlich ist es ja so. Wir haben ja gerade schon gesagt, dass viele Frauen nach der Geburt in der Situation sind, dass sie ihren Körper besser kennengelernt haben, dass sie eigentlich sehr motiviert sind, etwas zu machen. Man isst automatisch etwas gesünder, das habe ich ja schon in dem Video gesagt, der Wille ist sehr groß, da was zu machen, aber das oberste Ziel ist eigentlich bei den meisten Frauen – ich denke, ihr könnt das bestätigen -, da geht es eigentlich nicht darum, den perfekten After-Baby-Body zu bekommen oder irgendwie Muckis aufzubauen oder den nächsten Marathon zu laufen. Wer das machen möchte, ist Leistungssportler und die wird das auch machen, aber das Hauptziel ist eigentlich „Ich möchte mich wieder spüren“, ich möchte meinen Körper wahrnehmen“, „ich möchte Beschwerden vorbeugen oder anfangende Beschwerden in den Griff kriegen“, „ich möchte einfach fit im Alltag sein, ich muss mein Kind viel tragen, ich muss viel Kinderwagen schieben, ich habe einen anstrengenden Alltag und ich möchte einfach fit sein und mich fit fühlen. Das ist eigentlich das Hauptziel. Und bei uns, bei „Fit dank Baby“ ist es uns ganz wichtig – und ich glaube, das ist das Hauptkriterium, das uns auszeichnet – dass wir gemeinsam mit dem Baby aktiv sind, d. h., alle Übungen, die wir machen, sind mit dem Baby gemeinsam und die sollen immer für die Mama gut sein, aber auch für das Kind gut sein. Das schöne ist, man motiviert sich gegenseitig und deswegen gibt es Übungen für die Mama und Übungen für das Baby.

Ein anderer wichtiger Punkt ist, dass man das gelernte dann besser in den Alltag übertragen kann. Wir machen im Kurs Übungen mit dem Kind, die kann man zuhause ganz genau so anwenden. Und das ist auch wichtig, weil wir alle wissen, dass einmal in der Woche Sport ganz toll ist und viel bewirken kann, aber noch viel mehr kann man schaffen, wenn man das dann auch im Alltag macht. Deswegen sind die Übungen funktionell, so dass man sie dann auch wirklich brauchen kann.

Da geht´s dann z. B. darum, wir nehme ich mein Baby vom Boden auf, wie kann ich mein Baby so tragen, dass ich keine Beschwerden habe, dass ich auch lange und gesund tragen kann. Wie kann ich im Alltag kleine Situationen nutzen, um etwas für mich zu tun, um vielleicht Sport zu machen, obwohl, es muss ja nicht immer Sport sein, sondern es geht einfach mal darum, eine aufrechte Haltung einzunehmen oder einfach mal den Bauch zu aktivieren oder den Beckenboden und solche Dinge. Und das kann man eigentlich super im Alltag umsetzen.“

Hast Du denn noch einen Tipp für uns für den Alltag? Entweder Heben und Tragen oder eine Übung, die man schnell in den Alltag integrieren kann. 

Rebecca: „Also den wichtigsten Baustein habe ich Euch ja im Video schon mitgegeben, das ist der Reissverschluß mit der Grundspannung. Eigentlich ist das die Vorbereitung, aber wenn man es genau nimmt, ist das auch die wichtigste Übung, denn damit trainiert ihr die Bauchmuskulatur, eine aufrechte Haltung und die braucht ihr immer. Diesen Reißverschluss, den könnt ihr machen, egal ob ihr beim Zähneputzen seid, ob ihr am Herd steht und kocht, ob ihr Staubsaugt oder eben bevor ihr euer Baby vom Boden aufnehmt beispielsweise. Das ist so mit die erste und wichtigste Übung.

Was ich auch immer ganz wichtig finde, dass man versucht, die Situation anzupassen. Also man versucht immer, sich selbst an die Situation anzupassen und verbiegt sich dann irgendwie, aber viel schöner ist es eigentlich, wenn man versucht, die Situation an sich anzupassen, dass bedeutet z. B., dass ich mir eine Stillecke oder Fütterecke schaffe, in der ich einfach von Haus aus schon gut sitzen kann. Viele Mamas kaufen sich extra neue Sachen, die überlegen ja schon vorher „Wo ist meine Stillecke, wo kommt der Wickeltisch hin?“ und da finde ich es wichtig, dass man sich nicht nur Gedanken darüber macht, hat das Baby es dort bequem und ist es besonders kuschelig fürs Kind, sondern auch „Kann ich da gut sitzen und komme ich da wieder gut hoch“, weil ich verbringe da sehr viel Zeit mit dem Stillen und dem Füttern.“

Ich denke, dass ist ein wirklich wichtiger Punkt, den Du da ansprichst. Dass ihr euch auf alle Fälle eine gemütliche Position sucht und euch so ausstaffiert, dass ihr gut sitzen könnt, ohne zu verkrampfen, gerade auch beim Stillen. Das sehen wir immer wieder wie die Mamis kommen und denen der Rücken und der obere Rücken vor allem wehtut, weil sie wirklich immer in einer verkrampften, nach vorne gebeugten Position sind. Da kann man mit einer guten Vorbereitung wirklich entgegenwirken.

Rebecca: „In Seitlage stillen ist eigentlich ideal und dann schön mit dem „sexy slide“ nach oben. Das sind kleine Helfer, die aber schon sehr viel bewirken.“

Hast Du noch eine wichtige Sache, die du den Mamas mit auf den Weg geben möchtest?

Rebecca: „Also ich glaube, die wichtigsten Dinge habe ich schon gesagt, wir haben, wir haben viel darüber gesprochen wie man fit im Alltag sein kann und es ist immer total schwierig, über ein Video Übungen zu zeigen und alles genau zu erklären. Mir ist es genauso wichtig, dass wenn ihr Sport machen wollt und wenn ihr auf die Grundspannung aufbauen wollt, vielleicht auch ein Trainingsziel habt und etwas gemeinsam mit dem Baby machen wollt, dass ihr euch dann in eine Gruppe begebt mit einer gut qualifizierten Trainerin und gleichgesinnten Mamas, wo man sich gegenseitig motiviert und austauschen und vernetzen kann. Das ist es, was wichtig ist und was auch wir hier heute tun.“

Vielen Dank, das ist ein schönes Schlusswort, die Mamas haben viele tolle Tipps mitbekommen.

Rebecca Köhler, fitdankbaby,
Interview im Rahmen der 10 Tage Challenge, niedergeschrieben von Tine Möller – vielen Dank dafür!