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Vaginalgewichte als Beckenboden-training?

Vaginalgewichte als Beckenboden-training?

Sinn oder Unsinn?

Immer wieder werde ich in meinen Kursen mit der Frage konfrontiert:
Kann ich diese Konen benutzen? Gemeint sind damit diese unterschiedlich schweren Gewichte, die den Beckenboden trainieren sollen. Hilft das auch bei nächtlichem Harndrang?
Dazu folgende Überlegungen.

Es gibt Konensets in unterschiedlichen Gewichten von 20 bis 70 Gramm, vielleicht auch noch mehr.
Sie sollen bei einer Schwäche des Beckenbodens eingesetzt werden. Das Ziel ist es, den Beckenboden zu kräftigen und die Rückbildung der überdehnten Muskulatur zu fördern.
Als Anwendungsempfehlung sollen die Konen 2 mal täglich bis zu 15 min getragen werden. Wenn man eine Kone 15 Minuten mühelos halten kann, soll man zum nächst schwereren wechseln.
Folgendes Wirkprinzip liegt hier zu Grunde: Durch die Glätte des Konus, neigt er dazu aus der Scheide hinauszugeleiten. Dieses Gefühl löst eine Reaktion aus. Welche? Anspannen, damit die Kone nicht verloren geht. Dieses dauerhafte Halten des künstlichen Gewichtes ruft eine eine Ermüdungsreaktion hervor. Ein typisches Zeichen dafür ist, dass nach dem minutenlangen Halten und die darauffolgende Entfernung der Kone der Beckenboden mit einem „Durchsacken“ reagiert. Patientinnen machten immer wieder die gleichen Aussagen, dass sich das Senkungsgefühl dadurch verschlimmerte. Das Tragen dieser Konen wirkt sozusagen kontraproduktiv.
Wird die künstlich hergestellte Spannung durch das Entfernen des Konus aufgehoben, stellt sich nicht wie gewünscht eine normale Spannung im Beckenboden her, sondern einen Hypotonus, heißt, ein Beckenboden ohne Spannung.
Aus diesem Grund muss diese Art der Therapie sehr kritisch gesehen werden.
Wenn Du Fragen hast, schreibe sie in die Kommentare oder rufe mich an!

Quelle: R. Tanzberger, A. Kuhn, G. Möbs U. Baumgartner

Vaginismus

Vaginismus

VAGINISMUS

Vaginismus ist eine unwillkürliche Verkrampfung oder Verspannung des Beckenbodens.
Der Scheideneingang wird dadurch eng oder ist ganz verschlossen. Ein Eindringen ist dann meist unmöglich.
Der Unterschied zu Dyspareunie, bei denen die Patientinnen Missempfindungen im Bereich der Vaginalöffnung, des Unterbauchs und im Inneren der Vagina haben, bleibt ein Orgasmus häufig aus.
Im Falle des Vaginismus behält die Frau ihr sexuelles Verlangen und kann durch die äußere Stimulatin der Klitoris zum Orgasmus kommen.

Die Ursachen für Vaginismus können sein:

-Schutzreaktion auf Schmerzen
-zu viel Spannung in den Beckenbodenmuskeln
-Hyperaktivität des Zentralnervensystem
-Veränderungen des vaginalen pH-Werts oder der Darmflora
(Infektionen)
-Entzündung der peripheren Nerven

Was kannst du tun?
Finde eine spezialisierte Physiotherpeutin

Was macht sie?
-Körperbewusstseinsarbeit im Genitalbereichs und des Beckenbodens
-verbessert die Druckverteilung im Körper
-Atemarbeit
-verbessert deine Haltung
-normalisiert strukturelle Spannungen
-wendet angenehme Reize auf
der Bereich (Wärme, Vibration) an
-verbessert die Durchblutung
und
-entspannt die
Beckenbodenmuskulatur

Du kannst auch selbst schon einiges tun.
Konzentriere dich auf deine Atmung.
Einatmend entspannt sich der Beckenboden.
Wusstest du das?
Lege deine Aufmerksamkeit also mehr auf die Einatmung.